ÜBER TYP-F-DIABETES

Was ist Typ-F-Diabetes?

Die Diagnose Diabetes ist häufig ein Schock. Zwar gibt es verschiedene Formen der Stoffwechselstörung – die häufigsten davon sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes – doch sie alle bedeuten einen großen Einschnitt in den gewohnten Alltag und können das ganze Leben auf den Kopf stellen. Das gilt nicht nur für Menschen mit Diabetes selbst, sondern auch für ihr soziales Umfeld, zum Beispiel Familienmitglieder oder Freunde. Immer häufiger hört und liest man deswegen vom sogenannten Typ-F-Diabetes. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Bezeichnung, die sich vor einigen Jahren vor allem in Online-Portalen für das persönliche Umfeld von Menschen mit Diabetes etabliert hat. Eltern, Kinder, (Ehe)partner, Freunde oder Kollegen: Sie alle haben Typ-F-Diabetes, wenn ihr Alltag ebenfalls von der Erkrankung beeinflusst wird.

Warum gibt es Typ-F.de und diese Kampagne?

Diagnose Diabetes – und nun? Während Menschen mit Diabetes bei ihrem Arzt und/oder Diabetesberater meist in guten Händen sind, fühlen sich Angehörige oft alleine gelassen. Sie möchten gerne helfen und unterstützen, wissen aber nicht, wie das am besten gelingt. Deswegen haben wir Typ-F.de ins Leben gerufen. Auf diesen Seiten finden Sie:

  • Einen Überblick über die verschiedenen Diabetes-Typen und ihre Behandlungsformen – denn um Menschen mit Diabetes zu unterstützen, ist es zunächst wichtig, die Erkrankung zu verstehen (Link to: 2.1. Was ist Diabetes?)
  • Wertvolle Tipps, wie Sie im Alltag unterstützen können, ohne sich aufzudrängen (Link to: 1.4.: Dos & Don’ts)
  • Informationen zur Glukosemessung (Blutzuckermessung und sensorbasierte Glukosemessung), die häufig den Grundpfeiler für das Diabetesmanagement darstellt (Links to: 3.1. & 3.2.)
  • Wichtige Hinweise zu kritischen Situationen wie Unter- oder Überzuckerungen, die im Zusammenhang mit einer Diabeteserkrankung entstehen können (Links to: 4.1. & 4.2.)
  • Interviews rund um das Thema Typ-F-Diabetes (Links to: 5.1. & 5.2.)

Diabetesmanagement: besser zusammen

In Deutschland leben mindestens 7,3 Millionen Menschen mit Diabetes.1 Geht man von 3 nahestehenden Personen im Umfeld von Menschen mit Diabetes aus, gibt es hierzulande fast 22 Millionen Familienmitglieder und Freunde, die ebenfalls von der Diagnose betroffen sind – und deren Leben sich durch den Alltag mit Diabetes verändert.

Ernährungsanpassungen, Insulintherapie oder Tabletten, Arztbesuche, regelmäßige Glukosemessungen, Sorge um zu hohe oder zu niedrige Werte, Angst vor Folgeerkrankungen: Eine Diabetes-Diagnose verändert nicht selten das ganze Leben der Betroffenen – und auch das der Angehörigen. Es ist normal, sich zunächst überfordert zu fühlen – doch es ist wichtig, die Erkrankung als Teil des Lebens zu akzeptieren.

Für Sie als Menschen mit Typ-F-Diabetes ist die Diagnose Ihres Angehörigen oder Freundes und das „neue Leben mit Diabetes“ auch eine Chance. Sie können ebenfalls viel über den menschlichen Körper und Stoffwechsel lernen – etwa über die Auswirkungen von Faktoren wie Ernährung oder Bewegung auf den Glukosespiegel. Und Sie können Ihre Angehörigen und Freunde emotional und praktisch unterstützen und damit die Beziehung, die Sie mit dem Menschen verbindet, stärken und vertiefen.

Schon lange ist bekannt: Das Leben mit chronischen Erkrankungen wird durch die Unterstützung nahestehender Personen deutlich erleichtert. So schreibt etwa das „Center for Disease Control and Prevention“ in Atlanta, USA, über den Stellenwert von Menschen mit Typ-F-Diabetes2: „Eine der zuverlässigsten Methoden, um vorherzusagen, wie gut jemand mit dem Diabetesmanagement umgehen kann, ist das Maß an Unterstützung, das die Person von Familie und Freunden erhält.“ Diabetesmanagement gelingt also besser zusammen – wenn Therapien, Ängste, Sorgen besprochen werden und Menschen mit Diabetes Rückhalt und Rat von ihren Angehörigen erfahren.

Quellen:
1 Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe (Hrsg): Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2020. Kirchheim Verlag, 2019
2 Center for Disease Control and Prevention: https://www.cdc.gov/diabetes/library/features/family-friends-diabetes.html

Dos & Don’ts: Tipps für Menschen mit Typ-F-Diabetes

Eine Diabeteserkrankung ist im Alltag mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Viele Menschen mit Typ-F-Diabetes möchten ihre Angehörigen dabei unterstützen – wissen aber oft nicht, was sie konkret tun können. Teilweise liegt das daran, dass das Wissen über die Erkrankung und die Therapie zu wenig ausgeprägt ist, teilweise fällt es Menschen mit Diabetes auch schwer, Hilfe anzunehmen. Dr. Nicola Haller, Diabetesberaterin und Vorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs-und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD), gibt Menschen mit Typ-F-Diabetes Tipps, wie gemeinsames Diabetesmanagement gelingen kann.

  • Über die Erkrankung informieren – aber nicht alles besser wissen. „Das Verständnis der Erkrankung ist die Basis für jedes Diabetesmanagement. Unterstützen kann nur, wer selbst über Diabetes informiert ist“, so die Expertin. „Zeigen Sie offenes Interesse, und fragen Sie den Menschen mit Diabetes, wie Sie helfen können. Halten Sie sich aber mit unnötigen Ratschlägen zurück.“
  • Verständnis zeigen – aber keine Vorwürfe machen. „Das Leben mit einer chronischen Erkrankung kann anstrengend und belastend sein: Das Diabetesmanagement funktioniert häufig nicht so, wie man sich das erwartet hätte, gute Vorsätze werden nicht immer eingehalten, die Glukoseverläufe spielen verrückt. Statt Vorwürfen über das Verhalten oder bestimmte Angewohnheiten ist es dann besser, einer nahestehenden Person zu sagen und zu zeigen, dass man für sie da ist.“
  • Motivieren – aber nicht bedrängen: „Ob Ernährung, Glukosekontrollen oder Insulin- bzw. Tablettentherapie – es kann zermürbend und frustrierend sein, sich den ganzen Tag mit der Erkrankung auseinandersetzen zu müssen. Ohne dabei zu aufdringlich zu sein, können Familienmitglieder oder Freunde durchaus motivieren – und zum Beispiel vorschlagen, mit dem FreeStyle Libre 2 einmal wieder den Glukosewert zu scannen.“
  • Aktiv unterstützen – aber nicht bevormunden. „Aktive Unterstützung kann beispielsweise durch das gemeinsame Auswerten von Glukoseverläufen geschehen. Bei kontinuierlichen Glukosemesssystemen lässt sich oft sehr gut beobachten, welche Auswirkungen bestimmte Nahrungsmittel auf den Glukoseverlauf haben. Daraus kann man viel lernen und gemeinsam das Diabetesmanagement Schritt für Schritt weiter verbessern.“
  • Wissen, was im Notfall zu tun ist – und nicht zögern, Hilfe zu rufen: „Lassen Sie sich zeigen, wie Sie Glukosewerte bei einem Menschen mit Diabetes kontrollieren können und sprechen Sie darüber, wie Sie sich bei Über- oder Unterzuckerungen verhalten sollen. Und zögern Sie niemals, bei akuten Stoffwechselentgleisungen den Notruf zu wählen, wenn Sie sich selbst überfordert fühlen.“
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