Diagnose Periphere Arterielle Verschlusskrankheit

Ursachen der Erkrankung, frühe Symptome und Diagnose.

Diagnose Periphere Arterielle Verschlusskrankheit
Produkt und Innovation | Aug. 18, 2022

Verbreitung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)
Die pAVK ist weit verbreitet. In Deutschland leiden daran rund 4,5 Millionen Menschen1. Mit dem Alter nimmt die Erkrankungshäufigkeit zu. So sind etwa 20% aller über 65-Jährigen betroffen2, wobei Männer wesentlich gefährdeter sind als Frauen. Ursächlich für die Durchblutungsstörung ist in den meisten Fällen eine voranschreitende Arteriosklerose. Dabei kommt es zu Ablagerungen (sogenannte Plaques) an den Gefäßwänden, wodurch der Blutfluss eingeschränkt und der entsprechende Bereich im Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Unter Belastung verstärkt sich dieser Mangel, wodurch Schmerzen in den betroffenen Extremitäten auftreten. Das führt dazu, dass Betroffene ihren Gang unterbrechen und stehen bleiben müssen, weshalb die Erkrankung umgangssprachlich auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet wird. Um das Fortschreiten zu verlangsamen, muss eine pAVK unbedingt behandelt werden. Dafür stehen heutzutage unterschiedliche Therapie-Bausteine zur Verfügung.3

Bei wem besteht ein Risiko für eine pAVK?
Es gibt einige Risikofaktoren, die wir nicht beeinflussen können, dennoch tragen wir mit unserer Lebensweise entscheidend zur Gesundheit unserer Blutgefäße bei. Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick:

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Alter
  • männliches Geschlecht
  • Frauen nach der Menopause
  • Gefäßerkrankungen (z. B. Herzinfarkt und Schlaganfall) in der Familie (positive Familienanamnese)

Beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Hohe Cholesterinwerte
  • Hoher Blutdruck (Arterielle Hypertonie)
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Stress und psychische Belastungen
  • Bewegungsmangel

Wichtig zu wissen: Je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto höher ist die Gefahr einer Gefäßerkrankung. Ziel sollte also sein, die Risiken zu minimieren. Zum Beispiel können Medikamente – in Absprache mit dem Arzt/der Ärztin – helfen, Blutdruck und Blutfettwerte zu senken. Mit einer gesünderen Ernährung, mehr Bewegung und dem Verzicht auf Zigaretten wiederum kann jede/r selbst seine/ihre Risikosituation positiv beeinflussen.

Typische Symptome bei einer pAVK
Anzeichen einer pAVK zeigen sich erst, wenn die Gefäße schon sehr verengt sind – und bis dahin können Jahre vergehen. Abhängig davon, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, wird sie in unterschiedliche Stadien eingeteilt.

Während im ersten Stadium noch keine Beschwerden auftreten, werden im zweiten Stadium die Muskeln in Bewegung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die betroffene Extremität fängt an zu schmerzen, sodass Patient:innen beim Gehen stehen bleiben müssen. Nach einer kurzen Unterbrechung und einer ausreichenden Versorgung des Beines mit Sauerstoff kann der Weg fortgesetzt werden.

Im dritten Stadium verspüren Erkrankte auch in Ruhe Schmerzen und im vierten, dem letzten Stadium, kommt es zu einer vollständigen Zerstörung des Gewebes aufgrund mangelnder Durchblutung und der dadurch bedingten unzureichenden Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Neben den Schmerzen treten Kälte und Blässe der betroffenen Extremitäten, ein fehlender Puls sowie schlecht heilende Wunden und Geschwüre als weitere Symptome auf.3 Im Schlimmsten Fall droht eine Amputation der betroffenen Gliedmaße.

Diagnose einer pAVK
Besteht der Verdacht auf eine pAVK, beispielsweise aufgrund von schmerzenden Extremitäten, werden diese zunächst abgetastet. Dabei achten die Ärzt:innen auf das Aussehen der Haut und eventuelle Wunden. Zusätzlich wird geprüft, ob der Puls in der betroffenen Region tastbar ist. Der Blutdruck wird gemessen sowie Gefäße und Herz abgehört. Bestimmte Tests zur Durchblutung und das Messen der schmerzfreien Gehstrecke sind weitere Indikatoren. Oftmals werden auch Bluttests durchgeführt, die Hinweise auf Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte geben. Sogenannte Doppeldruckmessungen bestimmen mithilfe von Ultraschall den Blutdruck in den Armen und Beinen.

Erhärtet sich der Verdacht auf eine pAVK, können Ärzt:innen mit einer sogenannten Farbdoppler-Sonografie die verengten Stellen sichtbar machen.3 Zur Erklärung: Die Farbdoppler-Sonografie ist eine Ultraschalluntersuchung, mit der die Richtung des Blutflusses in Bezug auf den Schallkopf farblich in Rot oder Blau dargestellt wird. So kann der Blutfluss in Arterien von jenem in den Venen unterschieden und damit Aussagen über das Vorliegen und das Ausmaß von Durchblutungsstörungen getroffen werden.

Quellen

1 Walter Lehrmacher, Kompetenzfeld „Peripheres arterielles Verschlussleiden“ Epidemiologie, Institut für medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln, 2008.
2 Peter Polterauer, Therapie des Femoralisverschlusses: Indikation, Technik und Ergebnisse aus Sicht des Gefäßchirurgen, Gefässmed 2005; 2 (3)
3 https://dam.abbott.com/de-de/documents/Mediathek/2021-Abbott-Factsheets-pAVK.pdf