5 Dinge, die Sie über Troponin als Spiegel der individuellen Herzgesundheit wissen müssen

Die Troponin-Messung ist in der Herzinfarkt-Diagnostik schon lange etabliert und hochsensitives kardiales Troponin ist mittlerweile der empfohlene Test zur Diagnose von Herzinfarkten (MI/ACS).i Doch der Biomarker kann noch sehr viel mehr: Als sensitiver Indikator für die individuelle Herzgesundheit lässt sich so nämlich das Risiko für Herzerkrankungen bereits im Voraus abschätzen.ii Diese 5 Fakten müssen Sie über Troponin und den hochsensitiven Troponin-I-Test von Abbott wissen.

1.      Kenntnis des eigenen Risikos erhöht die Patientenmotivation

Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.026 Personen ab 18 Jahren gaben 83 % der befragten Männer und 91 % der Frauen an, dass sie ihr Leben ändern würden, falls ein Test für sie ein individuell erhöhtes Herzinfarktrisiko ergäbe.1 Ein solcher Test kann also dabei helfen, Patienten zur Umsetzung von Lebensstilmodifikationen zu motivieren und so ein möglichst langes und gesundes Leben zu führen.

Auch in der Therapieüberwachung kann ein Indikator für die Herzgesundheit ein nützliches Hilfsmittel sein, mit dem sich der Fortschritt der Therapie für den Patienten sichtbar machen lässt.

2.      Risikostratifizierung in der Primärprävention nützt Ärzten und Patienten

Mit der Risikostratifizierung von asymptomatischen Menschen, die eigentlich als gesund gelten, lassen sich in zweierlei Hinsicht Zeit und Ressourcen sparen:

  • Indem Hochrisikopatienten identifiziert und adäquat behandelt werden, lassen sich die knappen Ressourcen des Gesundheitssystems zielgenau dort einsetzen, wo sie am meisten gebraucht werden.
  • Nur die Minderheit der Patienten hat jedoch tatsächlich ein hohes Risiko,iii,iv daher könnte bei zahlreichen asymptomatischen Patienten ein Troponin-Test in Verbindung mit klinischen und diagnostischen Befunden als Hilfsmittel zur Risikostratifizierung von kardiovaskulären Erkrankungen dienen und so dabei helfen, ein geringes kardiales Risiko zu identifizieren. Solche Patienten benötigen dann in der Regel keine weitere apparative Diagnostik und Untersuchung.

Es wird daher mit zunehmendem Interesse diskutiert, die Bestimmung von hochsensitivem kardialen Troponin I (hs-cTnI) zukünftig zum festen Bestandteil eines regelmäßigen Gesundheits-Check-ups zu machen.v,vi,vii So könnte der Troponin-I-Wert als herzspezifischer Marker zusätzliche Information über das individuelle kardiovaskuläre Gesundheitsrisiko liefern und mit in die Entscheidung über das Management anderer Auffälligkeiten (z.B. Lipide, Blutdruck) einfließen, beispielsweise indem strengere Zielwerte angesetzt werden.

3.      Troponin ist nicht gleich Troponin

Troponine sind herzspezifische Biomarker, die unspezifischen Markern wie z. B. dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP) in der Risikostratifizierung überlegen sind. Doch auch bei den Troponinen gibt es Unterschiede: Troponin I wird beispielsweise im Vergleich zu Troponin T deutlich weniger durch die Nierenfunktion beeinflusst.viii Darüber hinaus wird Troponin I – im Gegensatz zu Troponin T – nicht durch Skelettmuskel-Interferenz beeinflusst.ix,x Außerdem ist der hochsensitive Troponin-I-Test von Abbott unempfindlich gegenüber Biotin (Vitamin B7 oder Vitamin H) – ein häufiges Problem bei anderen Laboruntersuchungen, da sich die Einnahme von Biotin als Nahrungsergänzungsmittel weiterhin zunehmender Beliebtheit erfreut.xi

4.      Für Männer und Frauen gelten unterschiedliche Grenzwerte

Frauen haben meist niedrigere Troponin-I-Spiegel als Männer.xii Aus diesem Grund ist ein hochsensitiver Test, der bereits sehr geringe Mengen des Proteins Troponin detektieren kann, insbesondere für Frauen von Vorteil. Troponin-I-Werte von < 6 ng/l (Männer) bzw. < 4 ng/l (Frauen) zeigen in Verbindung mit klinischen und diagnostischen Befunden ein niedriges Risiko für zukünftige Herzerkrankungen an. Werte, die darüber liegen, können auf eine subklinische Myokardschädigung und ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen hindeuten (Abb. 1).xiii Bei diesen Patienten ist es wichtig, der Ursache für die Erhöhung auf die Spur zu kommen und zu prüfen, welche bislang nicht erkannten Risikofaktoren (z.B. Typ-2-Diabetes und Hypertonie) vorliegen.

Im nächsten Schritt sollte dann eine entsprechende Behandlung eingeleitet bzw. eine bestehende Therapie angepasst werden: Entsprechend der aktuellen Leitlinienempfehlungen sind bei Menschen mit mittlerem oder hohem kardiovaskulärem Risiko neben einem gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung eine adäquate Blutdruck- und Lipidkontrolle empfehlenswert, ggf. mittels pharmakotherapeutischer Interventionen.xiv Ziel dieser Maßnahmen ist es, das kardiovaskuläre Risiko zu senken und kardialen Erkrankungen wie Myokardinfarkt und Herzinsuffizienz vorzubeugen.

 


Abbildung 1: Grenzwerte für Troponin I bei Männern und Frauen ohne manifeste Herzerkrankungen und daraus resultierende Interpretation (Grenzwerte basierend auf xv,xvi,xvii,xviii).

5.      Kein Konsens zum idealen Zeitpunkt für die erstmalige Risikoabschätzung

Es gibt bislang weder eine Empfehlung der großen kardiologischen Fachgesellschaften noch einen Expertenkonsens, wann die Risikostratifizierung mittels Troponin-I-Test erstmals angeboten werden sollte. Professor Dr. Christoph Liebetrau vom Herzzentrum in Bad Nauheim hält aber beispielsweise eine Untersuchung der kardiovaskulären Gesundheit bei Männern ab ca. 50 und bei Frauen ab ca. 60 Jahren für sinnvoll. Ähnlich sieht dies auch Univ.-Prof. Dr. Winfried März, Professor für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der Medizinischen Universität Graz (Österreich) und Direktor der SYNLAB Akademie in Deutschland. Er spricht sich für eine Troponinbestimmung für Männer ab ca. 50 Jahren und für Frauen ab 55 Jahren aus. Doch auch in jüngeren Jahren kann eine Bestimmung des Troponins sinnvoll sein, um das persönliche, individuelle Risiko abzuschätzen.

Die 2016 veröffentlichten Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) empfehlen eine systematische Bewertung des kardiovaskuläre Gesamtrisikos durch Verwendung eines Risikoabschätzungssystems wie SCORE bei Personen mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko, d.h. bei einer Familienanamnese von vorzeitiger kardiovaskuläre Erkrankung, familiärer Hyperlipidämie, Vorliegen bedeutender kardiovaskulärer Risikofaktoren (wie Rauchen, Hypertonie, Diabetes mellitus oder erhöhte Lipidwerte) oder Komorbiditäten, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.xix Zudem kann bei Männern > 40 Jahre sowie bei Frauen > 50 Jahre oder postmenopausalen Frauen ohne Vorliegen bekannter kardiovaskulärer Risikofaktoren eine systematische kardiovaskuläre Risikobewertung in Betracht gezogen werden.

 


Mehr zu Abbotts hochsensitivem Troponin-I-Test

Der hochsensitive Troponin-I-Test von Abbott ist der erste und bislang einzige Troponin-Test, der das CE-Zeichen für die Nutzung in Verbindung mit klinischen und diagnostischen Befunden als Hilfsmittel zur Risikostratifizierung von kardiovaskulären Erkrankungen bei asymptomatischen Personen erhalten hat.

Quellen

i Thygesen K, Alpert JS, Jaffe AS et al. Fourth universal definition of myocardial infarction (2018). Eur Heart J. 2019; 40(3):237-269.

ii Jia X, Sun W, Hoogeveen RC et al. High-Sensitivity Troponin I and Incident Coronary Events, Stroke, Heart Failure Hospitalization, and Mortality in the ARIC Study. Circulation. 2019; 139(23):2642-2653.

iii  Blankenberg S, Salomaa V, Makarova N et al. Troponin I and cardiovascular risk prediction in the general population: the BiomarCaRE consortium. Eur Heart J. 2016; 37(30):2428-37.

iv  Diederichs C, Neuhauser H, Rücker V et al. Predicted 10-year risk of cardiovascular mortality in the 40 to 69 year old general population without cardiovascular diseases in Germany. PLoS One. 2018; 13(1):e0190441.

v  Omland T, de Lemos JA, Holmen OL et al. Impact of sex on the prognostic value of high-sensitivity cardiac troponin I in the general population: the HUNT study. Clin Chem. 2015; 61(4):646-56.

vi  Sigurdardottir FD, Lyngbakken MN, Holmen OL et al. Relative Prognostic Value of Cardiac Troponin I and C-Reactive Protein in the General Population (from the Nord-Trøndelag Health [HUNT] Study). Am J Cardiol. 2018; 121(8):949-955.

vii  Ford I, Shah AS, Zhang R et al. High-Sensitivity Cardiac Troponin, Statin Therapy, and Risk of Coronary Heart Disease. J Am Coll Cardiol. 2016; 68(25):2719-2728.

viii  Freda BJ, Tang WH, Van Lente F et al. Cardiac troponins in renal insufficiency: review and clinical implications. J Am Coll Cardiol. 2002; 40(12):2065-71.

ix  Jaffe AS, Vasile VC, Milone M, et al. Diseased skeletal muscle: A noncardiac source of increased circulating concentrations of cardiac troponin T. J Am Coll Cardiol 2011; 58:1819-1824.

x  Rittoo D, Jones A, Lecky B, Neithercut D. Elevation of cardiac troponin T, but not cardiac troponin I, in patients with neuromuscular diseases: Implications for the diagnosis of myocardial infarction. J Am Coll Cardiol 2014; 63:2411-2420.

xi  Frame IJ, Joshi PH, Mwangi C et al. Susceptibility of Cardiac Troponin Assays to Biotin Interference. Am J Clin Pathol. 2019; 151(5):486-493.

xii  Shah AS, Griffiths M, Lee KK et al. High sensitivity cardiac troponin and the under-diagnosis of myocardial infarction in women: prospective cohort study. BMJ. 2015; 350:g7873.

xiii  Everett BM, Zeller T, Glynn RJ et al. High-sensitivity cardiac troponin I and B-type natriuretic Peptide as predictors of vascular events in primary prevention: impact of statin therapy. Circulation. 2015; 131(21):1851-1860.

xiv  Piepoli MF, Hoes AW, Agewall S et al. 2016 European Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice. Eur Heart J. 2016; 37(29):2315-2381.

xv  Zeller T, Tunstall-Pedoe H, Saarela O et al. MORGAM Investigators. High population prevalence of cardiac troponin I measured by a high-sensitivity assay and cardiovascular risk estimation: the MORGAM Biomarker Project Scottish Cohort. Eur Heart J. 2014; 35(5):271-281.

xvi  Omland T, Pfeffer M, Solomon S et al. For the PEACE Investigators. JACC Vol. 61, No. 12, 2013 Omland et al. 1241 March 26, 2013:1240–1249 Troponin I in Stable CAD.

xvii  Cavender MA, White WB, Jarolim P, et al. Serial Measurement of High-Sensitivity Troponin I and Cardiovascular Outcomes in Patients With Type 2 Diabetes Mellitus in the EXAMINE Trial (Examination of Cardiovascular Outcomes With Alogliptin VersusStandard of Care). J Am Heart Assoc. 2017, 135:1911-1921.

xviii  Eisen A, Bonaca MP, Jarolim P, et al.  Clinical Chemistry 63:1 307-315 (2017) Lipids, Lipoproteins, and Cardiovascular Risk Factors.

xix  Hambrecht R, Albus C, Halle M. Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Börm Bruckmeister Verlag 2016.

true
accessibility

Sie sind dabei, zu einer anderen länder- oder regionalspezifischen Abbott-Website zu wechseln

Bitte beachten Sie, dass die von Ihnen angeforderte Website für die Einwohner eines speziellen Landes oder für spezielle Länder gedacht ist, wie auf dieser Website angegeben wird. Daher kann die Website Informationen über Arzneimittel, Medizinprodukte und andere Produkte oder Verwendungen dieser Produkte enthalten, die in anderen Ländern oder Regionen nicht genehmigt sind.


Die Website, die Sie angefordert haben, ist vielleicht nicht für Ihre spezielle Bildschirmgröße optimiert.

Möchten Sie fortfahren und diese Website verlassen?

accessibility

Sie sind dabei, die Abbott Websites zu verlassen und zu einer Website einer Drittfirma zu wechseln

Links, die Sie von den weltweiten Abbott-Websites zu anderen Seiten leiten, unterliegen nicht der Kontrolle durch Abbott und Abbott ist nicht für die Inhalte einer solchen Website oder untergeordnete Links solcher Websites verantwortlich. Abbott stellt diese Links nur als weiterführende Informationen zur Verfügung, und die Einbeziehung eines Links bedeutet nicht, dass Abbott die verlinkte Seite billigt.


Die Website, die Sie angefordert haben, ist vielleicht nicht für Ihre Bildschirmgröße optimiert.

Möchten Sie fortfahren und diese Website verlassen?