Leben ohne Puls

Weltweit erster Patient feiert 5. Geburtstag nach Implantation von Kunstherz HeartMate 3 von Abbott

Wiesbaden, 17. Juni 2019 – Jedes Jahr finden in Deutschland circa 300 Herztransplantationen statt, der Bedarf liegt allerdings mehr als doppelt so hoch.1 Diese Bestandsaufnahme zeigt deutlich, warum künstliche Herzen, sogenannte Herzunterstützungssysteme, oder auch LVADs genannt, immer mehr an Bedeutung gewinnen. Sie gewährleisten die lebenserhaltende Versorgung von Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Nun feierte der weltweit erste Patient mit einem HeartMate 3-LVAD von Abbott seinen 5. Geburtstag nach der Implantation. „Künstliche Herzen haben bereits vor einigen Jahren Einzug in die Medizin gehalten. Heutzutage sind sie immer kleiner und technisch ausgereifter geworden. Während früher viele Menschen auf der Warteliste für eine Organspende gestorben sind, bieten diese Geräte eine lebensrettende Alternative“, erklärt Professor Dr. med. Jan D. Schmitto, Leiter des Bereiches für Herzunterstützungssysteme und aktive kardiale Implantate an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Dynamischer Krankheitsverlauf

Seit Jahren steigt die Anzahl der Patienten, die an einer Herzinsuffizienz erkranken, kontinuierlich an, so sind in Deutschland über zwei Millionen Menschen von dieser fortschreitenden Erkrankung betroffen2 und Herzinsuffizienz ist inzwischen die häufigste Einzeldiagnose von stationär behandelten Patienten3. „Oftmals nehmen Betroffene die Diagnose nicht ernst genug, obwohl die Lebenserwartung im fortgeschrittenen Stadium der Herzinsuffizienz mit der bei einem bösartigen Tumor vergleichbar ist. Erfolgt keine individuell zugeschnittene und sofortige Behandlung, verstirbt der Patient in der Regel innerhalb von zwei Jahren. Dieser Dynamik sind sich jedoch nicht alle Menschen bewusst“, verdeutlicht Professor Schmitto die Brisanz des Krankheitsverlaufs. Das musste Kurt M., der früher erfolgreich als Bauunternehmer tätig war, am eigenen Leib erfahren. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung schränkte sich die Ausübung seiner Tätigkeit Stück für Stück ein, bis er sie ganz aufgeben musste. Neben einer medikamentösen Therapie ergaben sich für den heute 60-Jährigen viele Krankenhausaufenthalte. Vor 5 Jahren war der Frührentner im letzten Stadium der Erkrankung angekommen.

Charakteristisch dafür ist, dass Patienten nicht nur bei Belastung, sondern auch im Ruhezustand unter Symptomen wie Kurzatmigkeit, Schwäche und Müdigkeit, Angina pectoris sowie Ödemen leiden. Im Fall von Kurt M. kam darüber hinaus eine Wasseransammlung in der Lunge hinzu. Ursächlich dafür ist, dass sich bei Erkrankten der Blutfluss verringert und damit auch die Versorgung der Organe. Denn während bei einem gesunden Menschen unter Anstrengung bis zu sieben Liter Blut pro Minute durch den Körper gepumpt werden, reduziert sich der Blutfluss bei Menschen mit Herzinsuffizienz auf zwei bis drei Liter pro Minute. Neben einem sogenannten kardiorenalen Syndrom, einer Verschlechterung der Nierenfunktion, büßen dann auch die Extremitäten bei der Durchblutung ein und fühlen sich kalt an.

Zurück ins Leben

„Zum Zeitpunkt der Implantation betrug die Lebenserwartung von Kurt M. nur noch einige Wochen bis wenige Monate“, beschreibt Prof. Schmitto die Ausgangssituation. In Hannover fand dann die weltweit erste Implantation des HeartMate 3-Systems und damit die Wiederherstellung der Blutzirkulation statt. Mithilfe der kleinen Herzpumpe wird das Blut wie gewohnt über die Aorta im ganzen Körper verteilt. Um eine permanente Versorgung zu gewährleisten, wird das System über ein elektrisches Kabel, das an der Bauchdecke des Patienten austritt, mit Strom versorgt. Dafür muss ein LVAD-Träger permanent einen kleinen Rucksack mit wiederaufladbaren Batterien mit sich tragen.

„Nach einem derartigen Eingriff werden die Organe wieder mit lebensnotwendigen Elektrolyten versorgt, wodurch sie sich Stück für Stück erholen. Deshalb hat Kurt M. in den vergangenen 5 Jahren auch vom letzten in das erste Stadium der Herzinsuffizienz zurückgefunden. Seine Belastbarkeit ist kaum noch eingeschränkt, da auch bei Anstrengung keine Symptome auftreten. Er ist wieder mitten im Leben angekommen“, berichtet der Experte. Das zeigt sich auch daran, dass er seinem liebsten Hobby wieder nachgehen kann: der Erkundung von Südeuropa in seinem Wohnmobil.

Technischer Fortschritt

Galt ein LVAD vor einigen Jahren noch als Überbrückungstherapie beim Warten auf ein Transplantat, haben diese Herzunterstützungssysteme heute den Status einer sogenannten Destinationstherapie eingenommen, bei der das Kunstherz die dauerhafte Lösung ist. „Voraussetzung dafür war jedoch der technische Fortschritt der heutigen Gerätegeneration“, beschreibt Professor Schmitto die Entwicklung und fügt hinzu: „Die technische Rekonstruktion eines menschlichen Herzens ist derzeit leider noch nicht möglich, weshalb wir auf eine medizintechnische Unterstützung des erkrankten Organs angewiesen sind. Da Herz- und Blutkreislauf aufrechterhalten werden, entsteht eine Art Parallelkreislauf.“ Verantwortlich dafür sind kleine Rotoren, die aufgrund von Magnetkraft in der Blutbahn schweben: Sie rotieren bis zu 6.000-mal pro Minute um die eigene Achse und lassen den Blutfluss fortbestehen. Zudem gibt es keine Reibung und oder Beschädigung der Blutkörperchen. Der zusätzliche Vorteil des Systems: Bedingt durch die Magneten gibt es keinen Verschleiß am Produkt. Durch eine spezielle Oberfläche besitzt das System zudem eine gute Blutverträglichkeit, wodurch sich beispielsweise das Risiko einer Gerinnselbildung verringert.

Leben mit Kunstherz

Patienten, die ein Herzunterstützungssystem erhalten, müssen verschiedene Faktoren beachten. Neben einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme steht auch eine akribische Pflege der Austrittsstelle des Kabels auf der Tagesordnung. Um diese zu schonen, müssen Betroffene jedoch beim Schwimmen und Saunieren Abstriche machen. Hinzu kommen regelmäßige Nachsorgetermine, die zumeist an den Zentren, in denen zuvor die Implantation stattfand, erfolgen. Professor Schmitto ergänzt: „Natürlich ändert sich der Alltag mit einem Kunstherz und der Betroffene muss sich sowohl physisch als auch psychisch an die neue Lebenssituation gewöhnen. Jedoch bietet ein derartiger Eingriff etwas, was Betroffenen ansonsten verwehrt bleibt: ein verlängertes Leben.“

Über Abbott:

Abbott ist ein weltweit führendes Gesundheitsunternehmen, das Menschen in allen Lebensphasen zu einem vitaleren, gesünderen Leben verhilft. Daran arbeiten täglich mehr als 103.000 Mitarbeiter in 160 Ländern. Das Portfolio umfasst lebensverändernde Technologien aus den Bereichen Diagnostik, Medizinprodukte, Ernährung und Markengenerika.

In Deutschland ist Abbott seit über 50 Jahren mit einer breiten Palette an Healthcare-Produkten und -Dienstleistungen vertreten, unter anderem in den Bereichen Diagnostika und Medizinprodukte. Das Unternehmen beschäftigt in der Bundesrepublik über 3.000 Mitarbeiter an acht Standorten. Unter anderem verfügt Abbott über Produktionsstätten in Wiesbaden und Neustadt am Rübenberge. Am Hauptstandort in Wiesbaden befindet sich darüber hinaus das European Distribution Center.

Weitere Informationen finden Sie unter www.de.abbott, auf LinkedIn unter www.linkedin.com/company/abbott-/, auf Facebook unter www.facebook.com/Abbott und auf Twitter @AbbottNews und @AbbottGlobal.

Abbott Media:

Astrid Tinnemans, astrid.tinnemans@abbott.com, 06122-58 3036

 

1. www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=wl_donation_transplants_Germany_2017.pdf
2. Deutscher Herzbericht, 2018
3. Statistisches Bundesamt, www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2017/09/PD17_347_236.html;jsessionid=414E1B1D5D5807F8770FADBBD3F5931 1.internet731

 

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